Pilze selber züchten - Anleitung

Allgemein

Für die Pilzzucht gilt allgemein:

Beste Bedingungen herrschen bei um die 15 Grad und einer Luftfeuchte um die 65%. Während Champignons es dunkler mögen, sind Pilze aus den Pilzzuchtboxen auf Tageslicht angewiesen. Sie wachsen daher aus den Kisten heraus. Ein guter Standort ist oft die Küche. Während die Pilze, die in einer Kiste wachsen, eher den Keller bevorzugen.

Wichtig ist das regelmäßige Prüfen der Feuchte, denn die Pilze (Pilzkultur) reagieren stark auf Schwankungen. Und wird es zu trocken, geht die Pilzkultur schnell ein.

Der Ertrag liegt bei 20-30% des Kulturgewichts.

Zuchtanleitung für Champignon und Steinchampignon
Vorbereitung

1. Championbox vorbereiten
Entnehmen Sie den Folienbeutel mit der Abdeckerde und die gelochte Abdeckfolie. Richten Sie die Faltdeckel senkrecht nach oben und stülpen Sie die Folienränder der Substrattüte, ohne die Folientüte mit dem Champignonsubstrat aus dem Karton zu nehmen, über die Faltdeckelränder.

2. Oberfläche des Pilzsubstrates vorbereiten
Begradigen Sie, wenn nötig, die Oberfläche des Pilzsubstrates indem Sie lose Substratteile umverteilen und festdrücken, sowie Unebenheiten beseitigen um eine ebene Oberfläche für die nachfolgende gleichmäßigere Verteilung der Deckerde zu ermöglichen.

3. Deckerde auffüllen
Schütten Sie die Deckerde aus der Folientüte heraus auf das freiliegende Pilzsubstrat und verteilen Sie diese gleichmäßig und locker ohne festzudrücken auf dem Substrat. Die Deckerde kann dabei eine bis zu 3 cm Korngröße grobe Struktur aufweisen. So ist genügend Belüftung und eine gute Wasseraufnahme gewährleistet.

4. Substrattüte vor Austrocknung schützen
Wenn Sie die Deckerde gleichmäßig und locker verteilt haben, ziehen Sie die Folienränder der Substrattüte wieder von den Faltdeckelrändern ab und falten die Substrattüte zum Schutz vor Austrocknung und Gewährleistung einer idealen Luftfeuchte locker, luftig auf der Deckerdeschicht zusammen. Zusätzlich können Sie auch die Faltdeckel zum Schutz für die Dauer der Besiedlungsphase locker zusammenklappen.
Besiedlungsphase

5. Pilzzuchtkultur an geschützten Platz stellen
Stellen Sie die so fertig vorbereitete Pilzzuchtkultur nun für eine optimale Besiedlungsphase der Deckerde bei mindestens 18°C bis maximal 24°C an einem geschützten hellen oder dunklen Platz. In der nun folgenden Besiedlungsphase beginnt das Einwachsen der Pilzmyzelfäden, aus dem darunterliegenden Pilzsubstrat heraus, in die darüber liegende Deckerdeschicht.
Die Besiedlungsphase der Deckerde mit weißgrauen Pilzmyzelfäden dauert abhängig von der Umgebungstemperatur 10-20 Tage.

6. Pilzmyzelfäden kontrollieren
Kontrollieren Sie nach frühestens 5 Tagen, dann alle 2-3 Tage, vorsichtig ob weiß graue Pilzmyzelfäden die Deckerdeschicht, bis mindestens 1-2 cm unterhalb der Oberfläche der Deckerde, durchsponnen haben. Für eine gleichmäßigere Besiedlung können Sie auch, mit möglichst sauberen Händen oder Hilfsmitteln, stark besiedelte Stücke der Deckerde vorsichtig auf noch unbesiedelte Bereiche verteilt werden.
Wachstumsphase

7. Einleiten der Wachstumsphase
Wenn das Pilzmyzel (weiße watteartige Pilzfäden) die Deckerde wie ein feines Wurzelwerk bis kurz unter die Oberfläche vollständig besiedelt hat, kann die Fruchtungsphase bzw. Wachstumsphase der Pilze durch Absenken der Umgebungstemperatur und Erhöhung der Sauerstoffzufuhr durch Belüftung wie folgt eingeleitet werden.

8. Faltdeckel aufrichten
Richten Sie die Faltdeckel senkrecht nach oben und stülpen Sie die Folienränder der Substrattüte, ohne die Folientüte mit der Champignonkultur aus dem Karton zu nehmen über die Faltdeckelränder. So ist der komplette Karton innen vor Feuchtigkeit geschützt. Für eine bessere Stabilität können Sie die Faltdeckel, bevor Sie die Folie überstülpen, mit Klebeband zusammenkleben.

9. Deckerde aufkratzen
Sollte die Oberfläche der Deckerde mit Pilzmyzel überwuchert sein, kratzen Sie die Deckerde mit einer Gabel oder Messer oberflächlich ca. 1cm tief auf und wässern Sie die Deckerde ein wenig.

10. Luftfeuchte und Durchlüftung optimieren
Nehmen Sie die gelochte Abdeckfolie und ziehen Sie diese jetzt als Abdeckung über die Faltdeckelränder. So entsteht ein kleines Pilzgewächshaus, welches die Luftfeuchte optimiert und eine gute Durchlüftung ermöglicht. Für besseren Halt können Sie die gelochte Abdeckfolie auch mit Klebeband oder Stecknadeln am Karton befestigen.

11. Pilzkultur kühl stellen
Stellen Sie die Kultur nun kühler, bei 10°C bis max. 18°C auf, um die Ausbildung von Pilzen einzuleiten. Temperaturen über 18°C hingegen verhindern die Bildung von Pilzen und führen zu weiterem Myzelwachstum und Verdichtung des Pilzmyzels in der Deckerde, was die Fruchtkörperbildung verhindert. Deshalb sollte mit Pilzmyzel vollständig überwucherte Deckerde mit einem Hilfsmittel z.B. einer Gabel oberflächig aufgelockert, mit frischem kaltem Leitungswasser leicht gewässert und anschließend an einem kühleren Ort unter 18 °C aufgestellt werden. Kontrollieren Sie regelmäßig, dass die Deckerde feucht und locker ist. Das Pilzwachstum wird jetzt durch die höhere Sauerstoffkonzentration und die niedrigere Umgebungstemperatur unter 18°C angeregt.

12. Vorsichtig wässern
Nach weiteren 5 - 10 Tagen bilden sich kleinen Myzelansammlungen, verdichtete weiße Kügelchen bzw. Fruchtkörperansätze, in oder auf der Deckerde, aus denen sich kleine Champignons bilden. Wässern Sie diese möglichst nicht direkt, da Keime im Wasser und zu hohe Feuchtigkeit diese gerade ab diesem Wachstumsstadium schädigen können.

13. Wachstum der Champignons
Die kleinen Champignons wachsen nun sichtlich zu erntereifen Champignons heran.
Ernte

14. Reife Champignons ernten
Champignons sind erntereif, wenn die Huthaut an der Unterseite des Hutrandes beginnt einzureißen. Es müssen nur erntereife Pilze geerntet werden, da diese mit zunehmenden Alter Pilzsporen abgeben, die sich als weißgrauer staubähnlicher harmloser Belag auf Pilzhüten, der Deckerde und um die Pilzkultur herum ablagern. Allerdings können sich auf diesem nährstoffreichen Belag Keime bilden, die der Pilzkultur schädigen können.

Kleinere Pilze mit noch geschlossenem Hut können auch nach der Ernte ausgewachsener Pilze bis zur vollen Reife an der Pilzkultur belassen werden, bis diese ausgewachsen sind. Auch unreife Champignons können bei Bedarf vorzeitig geerntet werden. Drehen, brechen oder schneiden Sie die Pilze vorsichtig von der Pilzkultur ab und entfernen Sie nach der Ernte alle Stielreste und überreifen Pilze vom Substrat, da diese neben der Bildung von Keimen auch Insekten wie Mücken oder Fliegen anziehen.

15. Nach der Ernte nachwässern
Pilze bestehen zu über 90% aus Wasser. Nach jeder Erntewelle sollte diese der Pilzkultur durch die entnommenen Pilze entzogene Wassermenge vorsichtig nach und nach wieder zugegeben werden. Das heißt, wenn Sie 500g Pilze geerntet haben, gießen Sie ca. 200-300g (entspricht 200-300 ml) Wasser nach und nach auf die Kultur. Es ist dabei unbedingt zu beachten, das sich keine Staunässe bzw. Wasseransammlungen in der Pilzkultur bilden, da das Pilzmyzel durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel geschädigt wird und abstirbt.

Der Gesamtertrag liegt, abhängig von den Wachstumsbedingungen, bei ca. 30% bezogen auf das Substratgewicht. Die Kulturdauer liegt durchschnittlich bei 3-5 Monaten. Bei guter Pflege sind darüber hinaus noch weitaus höhere Erträge und eine längere Kulturdauer möglich. Nach jeder weiteren Erntewelle lässt die Nährstoffkonzentration in der Pilzkultur nach, was zur Folge hat das die Pilzkultur immer mehr geschwächt wird. Deshalb nehmen die Pilzerträge mit jeder weiteren Erntewelle naturgemäß immer mehr ab bis die Pilzkultur irgendwann nur noch wenige bis keine Pilze mehr hervorbringt. Die verbrauchte Pilzkultur kann dann im Garten als wertvoller Dünger dienen oder einfach über den Biomüll entsorgt werden. Eine weitere Verwendung des verbrauchten Pilzsubstrates z.B. als Vermehrungsmaterial ist leider nicht möglich.
Pflege

Schadinsekten werden durch den Geruch des Pilzsubstrates und der Pilze angelockt. Verhindern können Sie dies, indem Sie z.B. Obst und Gemüse nicht in der Nähe der Pilzkultur lagern. Decken Sie die Pilzzuchtbox bzw. den Karton der Pilzkultur, wenn nötig zusätzlich mit Fliegengaze ab. Bei Insektenbefall können Sie sich zusätzlich mit Gelbtafeln zur Schädlingsbekämpfung aus dem Fachmarkt und durch regelmäßiges Absaugen dieser mit einem Staubsauger behelfen.
Wässern

Durch Verdunstung verliert die Pilzkultur insbesondere in Räumen mit geringer Luftfeuchte bzw. trockener Umgebung stetig Feuchtigkeit. Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden, ob sich die Deckerde noch ausreichend feucht anfühlt. Bei Bedarf wässern Sie die Deckerde mäßig mit frischen kalten und sauberen Leitungswasser. Staunässe in der Pilzkultur sollte aber unbedingt verhindert und beseitigt werden, da das Pilzmyzel durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel geschädigt wird. Kontrollieren können Sie das, durch vorsichtiges herausheben der Einlagetüte mit dem Substrat. Sollte Staunässe erkennbar sein, leiten Sie dieses durch einstechen der Einlagetüte ab. Verschließen Sie die Einstichöffnung danach wieder mit Klebeband.

Achten Sie während der kompletten Kulturdauer darauf, dass die Deckerde nicht austrocknet! Wässern Sie aber nur so viel, dass die Deckerde auf dem Substrat angenehm feucht und locker bleibt. Lockern Sie die Erde z.B. mit einer Gabel vorsichtigauf damit diese besser Wasser aufnehmen kann.

Bei Bedarf wässern Sie wie folgt: füllen Sie in einen Messbecher (o. ä.) Wasser und gießen Sie dieses gleichmäßig verteilt in kleinen Mengen über die Deckerde damit sich diese und die gesamte Pilzkultur gleichmäßig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Bitte keine Sprühflaschen verwenden, da sich in abgestandenem Wasser und Rückständen in Sprühflaschen Keime bilden können, die das Pilzmyzel schädigen. Wässern Sie immer nur so viel, dass sich keine Staunässe in der Pilzkultur bilden kann, da die Gefahr besteht das darunter liegende Champignonsubstrat aufgrund des damit verbundenen Sauerstoffmangels abstirbt! Eventuell vorhandene Staunässe kann durch Einstechen der Pilzkultur von unten her abgeleitet werden.

 


Bio Waldpilzbeet

Vorbereitung


1. Aufquellen der Trockensubstrat-Presslingen
Nehmen Sie die Spezial-Pilzbrut aus dem Karton. Ziehen Sie die Ränder des Foliensacks mit den Trockensubstrat-Presslingen über den Faltdeckel des Pilzmännchen Kartons und übergießen Sie die Presslinge direkt in dem Karton mit 10 Liter heißem Wasser. Achten Sie dabei darauf, dass die Trockensubstrat-Presslinge beim Übergießen vollständig befeuchtet werden. Wenn Sie den Karton anderweitig verwenden möchten, können Sie den Foliensack mit den Trockensubstrat-Presslingen auch in einem anderen Gefäß zum Aufquellen vorbereiten. Die Trockensubstrat-Presslinge nehmen das Wasser nun vollständig auf und quellen innerhalb von wenigen Minuten zu einer gebrauchsfertigen Pilzsubstratmischung auf.

2. Grube ausheben
Heben Sie an einem schattigen Platz ohne Staunässe eine ca. 40 x 50 cm große und 20 cm tiefe Grube aus. Geben Sie die fertige Substratmischung in die vorbereitete Grube und lassen Sie die Mischung nun vollständig auf unter 25 °C abkühlen, da Temperaturen von über 30°C die Pilzbrut schädigen können.

Hinweis: Prüfen Sie vor dem Beimpfen die Kerntemperatur, in der Substratmischung mit Hilfe eines Einstichthermometers. Falls Sie kein Thermometer zur Hand haben, warten Sie so lange bis das Substrat ganz auf Zimmertemperatur ausgekühlt ist. Diese darf nicht über 25 °C liegen, da sonst das Pilzmyzel geschädigt wird und sich keine Pilze entwickeln können.

3. Pilzbrut bzw. Impfdübel einsetzen
Drücken Sie mit den Fingern oder einem Pflanzholz gleichmäßig verteilt, Löcher in die Substratmischung. Öffnen Sie die Verpackung mit der Spezial-Pilzbrut oder den Impfdübeln mit sauberen Händen und verteilen Sie diese gleichmäßig in die Löcher, bis die Pilzbrut bzw. die Impfdübel vollständig aufgebraucht sind. Drücken Sie die Pilzsubstratmischung leicht fest, damit sich alle Löcher schließen und die Pilzbrut bzw. die Impfdübel optimal mit dem Pilzsubstrat Kontakt haben.

4. Pilzbeet abdecken
Decken Sie das Pilzbeet zum Schutz vor Austrocknung mit einer 3 - 5 cm dicken Schicht Rindenmulch, Torf oder Blumenerde ab. Im Pilzbeet darf sich aber keine Staunässe bilden, da das Pilzmyzel Sauerstoff benötigt.

Hinweis: Das Pilzbeet sollte immer, insbesondere in Trockenperioden ausreichend feucht gehalten werden. Prüfen Sie regelmäßig ob das Pilzsubstrat unterhalb der Abdeckschicht in ca. 2-3 cm Tiefe feucht ist. Bei Bedarf wässern Sie das Pilzbeet mit frischem und kaltem Leitungswasser.
Besiedlung und Ernte

5. Besiedlung des Pilzbeetes
Abhängig von den Wachstumsbedingungen ist das Pilzbeet nach ca. 8 Wochen vollständig besiedelt und bringt in Abhängigkeit von Temperaturen und Feuchte die ersten Edelpilze hervor.

6. Ernten der Edelpilze
Geerntet wird sobald Sie bemerken, dass die Pilze nicht mehr sichtlich weiterwachsen und sich die Pilzhüte voll entfaltet haben.

Weitere Hinweise:

  • In Regenperioden sollten Sie auf Staunässe achten und wenn nötig das Pilzbeet abdecken.
  • Achten Sie auf Schädlingsbefall.
  • In den folgenden Monaten zeigen sich solange Pilze, wie die Temperaturen bzw. Wachstumsbedingungen je nach Pilz-Sorte, ideal sind.
  • Im Herbst angelegte Pilzbeet werden erst im Frühjahr des Folgejahrs Pilze zeigen.
  • Ernten Sie nur Edelpilze.
  • Bei unsterilen Impfverfahren können sich teilweise oder vorübergehend sogenannte Konkurrenzpilze an der Pilzkultur zeigen. Zu diesen zählen u.a. Becherlinge, Tintlinge oder Düngerlinge welche aber in der Regel schnell vom Zuchtpilzmyzel verdrängt und überwuchert werden.
  • Wenn sich keine Pilze mehr zeigen, wir die Grube einfach wieder mit Erde aufgefüllt. Das zersetzte Substrat dient dann als wertvoller Kompostdünger.

 

Allgemein Für die Pilzzucht gilt allgemein: Beste Bedingungen herrschen bei um die 15 Grad und einer Luftfeuchte um die 65%. Während Champignons es dunkler mögen, sind Pilze aus den... mehr erfahren »
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Pilze selber züchten - Anleitung

Allgemein

Für die Pilzzucht gilt allgemein:

Beste Bedingungen herrschen bei um die 15 Grad und einer Luftfeuchte um die 65%. Während Champignons es dunkler mögen, sind Pilze aus den Pilzzuchtboxen auf Tageslicht angewiesen. Sie wachsen daher aus den Kisten heraus. Ein guter Standort ist oft die Küche. Während die Pilze, die in einer Kiste wachsen, eher den Keller bevorzugen.

Wichtig ist das regelmäßige Prüfen der Feuchte, denn die Pilze (Pilzkultur) reagieren stark auf Schwankungen. Und wird es zu trocken, geht die Pilzkultur schnell ein.

Der Ertrag liegt bei 20-30% des Kulturgewichts.

Zuchtanleitung für Champignon und Steinchampignon
Vorbereitung

1. Championbox vorbereiten
Entnehmen Sie den Folienbeutel mit der Abdeckerde und die gelochte Abdeckfolie. Richten Sie die Faltdeckel senkrecht nach oben und stülpen Sie die Folienränder der Substrattüte, ohne die Folientüte mit dem Champignonsubstrat aus dem Karton zu nehmen, über die Faltdeckelränder.

2. Oberfläche des Pilzsubstrates vorbereiten
Begradigen Sie, wenn nötig, die Oberfläche des Pilzsubstrates indem Sie lose Substratteile umverteilen und festdrücken, sowie Unebenheiten beseitigen um eine ebene Oberfläche für die nachfolgende gleichmäßigere Verteilung der Deckerde zu ermöglichen.

3. Deckerde auffüllen
Schütten Sie die Deckerde aus der Folientüte heraus auf das freiliegende Pilzsubstrat und verteilen Sie diese gleichmäßig und locker ohne festzudrücken auf dem Substrat. Die Deckerde kann dabei eine bis zu 3 cm Korngröße grobe Struktur aufweisen. So ist genügend Belüftung und eine gute Wasseraufnahme gewährleistet.

4. Substrattüte vor Austrocknung schützen
Wenn Sie die Deckerde gleichmäßig und locker verteilt haben, ziehen Sie die Folienränder der Substrattüte wieder von den Faltdeckelrändern ab und falten die Substrattüte zum Schutz vor Austrocknung und Gewährleistung einer idealen Luftfeuchte locker, luftig auf der Deckerdeschicht zusammen. Zusätzlich können Sie auch die Faltdeckel zum Schutz für die Dauer der Besiedlungsphase locker zusammenklappen.
Besiedlungsphase

5. Pilzzuchtkultur an geschützten Platz stellen
Stellen Sie die so fertig vorbereitete Pilzzuchtkultur nun für eine optimale Besiedlungsphase der Deckerde bei mindestens 18°C bis maximal 24°C an einem geschützten hellen oder dunklen Platz. In der nun folgenden Besiedlungsphase beginnt das Einwachsen der Pilzmyzelfäden, aus dem darunterliegenden Pilzsubstrat heraus, in die darüber liegende Deckerdeschicht.
Die Besiedlungsphase der Deckerde mit weißgrauen Pilzmyzelfäden dauert abhängig von der Umgebungstemperatur 10-20 Tage.

6. Pilzmyzelfäden kontrollieren
Kontrollieren Sie nach frühestens 5 Tagen, dann alle 2-3 Tage, vorsichtig ob weiß graue Pilzmyzelfäden die Deckerdeschicht, bis mindestens 1-2 cm unterhalb der Oberfläche der Deckerde, durchsponnen haben. Für eine gleichmäßigere Besiedlung können Sie auch, mit möglichst sauberen Händen oder Hilfsmitteln, stark besiedelte Stücke der Deckerde vorsichtig auf noch unbesiedelte Bereiche verteilt werden.
Wachstumsphase

7. Einleiten der Wachstumsphase
Wenn das Pilzmyzel (weiße watteartige Pilzfäden) die Deckerde wie ein feines Wurzelwerk bis kurz unter die Oberfläche vollständig besiedelt hat, kann die Fruchtungsphase bzw. Wachstumsphase der Pilze durch Absenken der Umgebungstemperatur und Erhöhung der Sauerstoffzufuhr durch Belüftung wie folgt eingeleitet werden.

8. Faltdeckel aufrichten
Richten Sie die Faltdeckel senkrecht nach oben und stülpen Sie die Folienränder der Substrattüte, ohne die Folientüte mit der Champignonkultur aus dem Karton zu nehmen über die Faltdeckelränder. So ist der komplette Karton innen vor Feuchtigkeit geschützt. Für eine bessere Stabilität können Sie die Faltdeckel, bevor Sie die Folie überstülpen, mit Klebeband zusammenkleben.

9. Deckerde aufkratzen
Sollte die Oberfläche der Deckerde mit Pilzmyzel überwuchert sein, kratzen Sie die Deckerde mit einer Gabel oder Messer oberflächlich ca. 1cm tief auf und wässern Sie die Deckerde ein wenig.

10. Luftfeuchte und Durchlüftung optimieren
Nehmen Sie die gelochte Abdeckfolie und ziehen Sie diese jetzt als Abdeckung über die Faltdeckelränder. So entsteht ein kleines Pilzgewächshaus, welches die Luftfeuchte optimiert und eine gute Durchlüftung ermöglicht. Für besseren Halt können Sie die gelochte Abdeckfolie auch mit Klebeband oder Stecknadeln am Karton befestigen.

11. Pilzkultur kühl stellen
Stellen Sie die Kultur nun kühler, bei 10°C bis max. 18°C auf, um die Ausbildung von Pilzen einzuleiten. Temperaturen über 18°C hingegen verhindern die Bildung von Pilzen und führen zu weiterem Myzelwachstum und Verdichtung des Pilzmyzels in der Deckerde, was die Fruchtkörperbildung verhindert. Deshalb sollte mit Pilzmyzel vollständig überwucherte Deckerde mit einem Hilfsmittel z.B. einer Gabel oberflächig aufgelockert, mit frischem kaltem Leitungswasser leicht gewässert und anschließend an einem kühleren Ort unter 18 °C aufgestellt werden. Kontrollieren Sie regelmäßig, dass die Deckerde feucht und locker ist. Das Pilzwachstum wird jetzt durch die höhere Sauerstoffkonzentration und die niedrigere Umgebungstemperatur unter 18°C angeregt.

12. Vorsichtig wässern
Nach weiteren 5 - 10 Tagen bilden sich kleinen Myzelansammlungen, verdichtete weiße Kügelchen bzw. Fruchtkörperansätze, in oder auf der Deckerde, aus denen sich kleine Champignons bilden. Wässern Sie diese möglichst nicht direkt, da Keime im Wasser und zu hohe Feuchtigkeit diese gerade ab diesem Wachstumsstadium schädigen können.

13. Wachstum der Champignons
Die kleinen Champignons wachsen nun sichtlich zu erntereifen Champignons heran.
Ernte

14. Reife Champignons ernten
Champignons sind erntereif, wenn die Huthaut an der Unterseite des Hutrandes beginnt einzureißen. Es müssen nur erntereife Pilze geerntet werden, da diese mit zunehmenden Alter Pilzsporen abgeben, die sich als weißgrauer staubähnlicher harmloser Belag auf Pilzhüten, der Deckerde und um die Pilzkultur herum ablagern. Allerdings können sich auf diesem nährstoffreichen Belag Keime bilden, die der Pilzkultur schädigen können.

Kleinere Pilze mit noch geschlossenem Hut können auch nach der Ernte ausgewachsener Pilze bis zur vollen Reife an der Pilzkultur belassen werden, bis diese ausgewachsen sind. Auch unreife Champignons können bei Bedarf vorzeitig geerntet werden. Drehen, brechen oder schneiden Sie die Pilze vorsichtig von der Pilzkultur ab und entfernen Sie nach der Ernte alle Stielreste und überreifen Pilze vom Substrat, da diese neben der Bildung von Keimen auch Insekten wie Mücken oder Fliegen anziehen.

15. Nach der Ernte nachwässern
Pilze bestehen zu über 90% aus Wasser. Nach jeder Erntewelle sollte diese der Pilzkultur durch die entnommenen Pilze entzogene Wassermenge vorsichtig nach und nach wieder zugegeben werden. Das heißt, wenn Sie 500g Pilze geerntet haben, gießen Sie ca. 200-300g (entspricht 200-300 ml) Wasser nach und nach auf die Kultur. Es ist dabei unbedingt zu beachten, das sich keine Staunässe bzw. Wasseransammlungen in der Pilzkultur bilden, da das Pilzmyzel durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel geschädigt wird und abstirbt.

Der Gesamtertrag liegt, abhängig von den Wachstumsbedingungen, bei ca. 30% bezogen auf das Substratgewicht. Die Kulturdauer liegt durchschnittlich bei 3-5 Monaten. Bei guter Pflege sind darüber hinaus noch weitaus höhere Erträge und eine längere Kulturdauer möglich. Nach jeder weiteren Erntewelle lässt die Nährstoffkonzentration in der Pilzkultur nach, was zur Folge hat das die Pilzkultur immer mehr geschwächt wird. Deshalb nehmen die Pilzerträge mit jeder weiteren Erntewelle naturgemäß immer mehr ab bis die Pilzkultur irgendwann nur noch wenige bis keine Pilze mehr hervorbringt. Die verbrauchte Pilzkultur kann dann im Garten als wertvoller Dünger dienen oder einfach über den Biomüll entsorgt werden. Eine weitere Verwendung des verbrauchten Pilzsubstrates z.B. als Vermehrungsmaterial ist leider nicht möglich.
Pflege

Schadinsekten werden durch den Geruch des Pilzsubstrates und der Pilze angelockt. Verhindern können Sie dies, indem Sie z.B. Obst und Gemüse nicht in der Nähe der Pilzkultur lagern. Decken Sie die Pilzzuchtbox bzw. den Karton der Pilzkultur, wenn nötig zusätzlich mit Fliegengaze ab. Bei Insektenbefall können Sie sich zusätzlich mit Gelbtafeln zur Schädlingsbekämpfung aus dem Fachmarkt und durch regelmäßiges Absaugen dieser mit einem Staubsauger behelfen.
Wässern

Durch Verdunstung verliert die Pilzkultur insbesondere in Räumen mit geringer Luftfeuchte bzw. trockener Umgebung stetig Feuchtigkeit. Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden, ob sich die Deckerde noch ausreichend feucht anfühlt. Bei Bedarf wässern Sie die Deckerde mäßig mit frischen kalten und sauberen Leitungswasser. Staunässe in der Pilzkultur sollte aber unbedingt verhindert und beseitigt werden, da das Pilzmyzel durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel geschädigt wird. Kontrollieren können Sie das, durch vorsichtiges herausheben der Einlagetüte mit dem Substrat. Sollte Staunässe erkennbar sein, leiten Sie dieses durch einstechen der Einlagetüte ab. Verschließen Sie die Einstichöffnung danach wieder mit Klebeband.

Achten Sie während der kompletten Kulturdauer darauf, dass die Deckerde nicht austrocknet! Wässern Sie aber nur so viel, dass die Deckerde auf dem Substrat angenehm feucht und locker bleibt. Lockern Sie die Erde z.B. mit einer Gabel vorsichtigauf damit diese besser Wasser aufnehmen kann.

Bei Bedarf wässern Sie wie folgt: füllen Sie in einen Messbecher (o. ä.) Wasser und gießen Sie dieses gleichmäßig verteilt in kleinen Mengen über die Deckerde damit sich diese und die gesamte Pilzkultur gleichmäßig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Bitte keine Sprühflaschen verwenden, da sich in abgestandenem Wasser und Rückständen in Sprühflaschen Keime bilden können, die das Pilzmyzel schädigen. Wässern Sie immer nur so viel, dass sich keine Staunässe in der Pilzkultur bilden kann, da die Gefahr besteht das darunter liegende Champignonsubstrat aufgrund des damit verbundenen Sauerstoffmangels abstirbt! Eventuell vorhandene Staunässe kann durch Einstechen der Pilzkultur von unten her abgeleitet werden.

 


Bio Waldpilzbeet

Vorbereitung


1. Aufquellen der Trockensubstrat-Presslingen
Nehmen Sie die Spezial-Pilzbrut aus dem Karton. Ziehen Sie die Ränder des Foliensacks mit den Trockensubstrat-Presslingen über den Faltdeckel des Pilzmännchen Kartons und übergießen Sie die Presslinge direkt in dem Karton mit 10 Liter heißem Wasser. Achten Sie dabei darauf, dass die Trockensubstrat-Presslinge beim Übergießen vollständig befeuchtet werden. Wenn Sie den Karton anderweitig verwenden möchten, können Sie den Foliensack mit den Trockensubstrat-Presslingen auch in einem anderen Gefäß zum Aufquellen vorbereiten. Die Trockensubstrat-Presslinge nehmen das Wasser nun vollständig auf und quellen innerhalb von wenigen Minuten zu einer gebrauchsfertigen Pilzsubstratmischung auf.

2. Grube ausheben
Heben Sie an einem schattigen Platz ohne Staunässe eine ca. 40 x 50 cm große und 20 cm tiefe Grube aus. Geben Sie die fertige Substratmischung in die vorbereitete Grube und lassen Sie die Mischung nun vollständig auf unter 25 °C abkühlen, da Temperaturen von über 30°C die Pilzbrut schädigen können.

Hinweis: Prüfen Sie vor dem Beimpfen die Kerntemperatur, in der Substratmischung mit Hilfe eines Einstichthermometers. Falls Sie kein Thermometer zur Hand haben, warten Sie so lange bis das Substrat ganz auf Zimmertemperatur ausgekühlt ist. Diese darf nicht über 25 °C liegen, da sonst das Pilzmyzel geschädigt wird und sich keine Pilze entwickeln können.

3. Pilzbrut bzw. Impfdübel einsetzen
Drücken Sie mit den Fingern oder einem Pflanzholz gleichmäßig verteilt, Löcher in die Substratmischung. Öffnen Sie die Verpackung mit der Spezial-Pilzbrut oder den Impfdübeln mit sauberen Händen und verteilen Sie diese gleichmäßig in die Löcher, bis die Pilzbrut bzw. die Impfdübel vollständig aufgebraucht sind. Drücken Sie die Pilzsubstratmischung leicht fest, damit sich alle Löcher schließen und die Pilzbrut bzw. die Impfdübel optimal mit dem Pilzsubstrat Kontakt haben.

4. Pilzbeet abdecken
Decken Sie das Pilzbeet zum Schutz vor Austrocknung mit einer 3 - 5 cm dicken Schicht Rindenmulch, Torf oder Blumenerde ab. Im Pilzbeet darf sich aber keine Staunässe bilden, da das Pilzmyzel Sauerstoff benötigt.

Hinweis: Das Pilzbeet sollte immer, insbesondere in Trockenperioden ausreichend feucht gehalten werden. Prüfen Sie regelmäßig ob das Pilzsubstrat unterhalb der Abdeckschicht in ca. 2-3 cm Tiefe feucht ist. Bei Bedarf wässern Sie das Pilzbeet mit frischem und kaltem Leitungswasser.
Besiedlung und Ernte

5. Besiedlung des Pilzbeetes
Abhängig von den Wachstumsbedingungen ist das Pilzbeet nach ca. 8 Wochen vollständig besiedelt und bringt in Abhängigkeit von Temperaturen und Feuchte die ersten Edelpilze hervor.

6. Ernten der Edelpilze
Geerntet wird sobald Sie bemerken, dass die Pilze nicht mehr sichtlich weiterwachsen und sich die Pilzhüte voll entfaltet haben.

Weitere Hinweise:

  • In Regenperioden sollten Sie auf Staunässe achten und wenn nötig das Pilzbeet abdecken.
  • Achten Sie auf Schädlingsbefall.
  • In den folgenden Monaten zeigen sich solange Pilze, wie die Temperaturen bzw. Wachstumsbedingungen je nach Pilz-Sorte, ideal sind.
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  • Wenn sich keine Pilze mehr zeigen, wir die Grube einfach wieder mit Erde aufgefüllt. Das zersetzte Substrat dient dann als wertvoller Kompostdünger.

 

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Echte Bio-Braunkappe zuhause das ganze Jahr selber züchten? Dieser Wunsch läßt sich leichter erfüllen, als sich viele denken. Auch Pilzneulinge und Kinder haben ihren Spaß beim Beobachten des Wachstums der Pilze. Gleichzeitig sind die...
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Bio Home Sets - Rosenseitling zum selber züchten
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